Der Heimat- und Geschichtsverein veranstaltet Wanderungen und Exkursionen

 oder nimmt mit seinen Mitgliedern an Veranstaltungen anderer Anbieter teil.


 

Heimatblätter 2019 berichten aus Wallhausens Geschichte

3. Jahresschrift des Heimat- und Geschichtsvereins „Goldene Aue“ erschienen

Wallhausen (hno). Aus der Schriftenreihe „Heimatblätter“ des Heimat- und Geschichtsvereins „Goldene Aue“ liegt jetzt das 3. Heft vor. Acht Autoren veröffentlichen darin sieben Beiträge. Im Mittelpunkt steht der Ort Wallhausen. Jürgen Sander (Sangerhausen) betrachtet von den uralten Wallhäuser Schildzeichen die Tierkreiszeichen aus astronomischer Sicht. Offensichtlich ließ der Amtmann Amhoff bei der Vergabe seine astronomischen Kenntnisse einfließen. Von Heinz Noack ist eine erste Dokumentation über die Wallhäuser Stadtmauer erschienen und Michael Richter lädt zu einer heimatkundlichen Wanderung in und um Wallhausen ein. Sie führt vom Parkplatz am Schloss zunächst durch den Ort und biegt dann auf den Wallhäuser Rundweg zum Kaiser-Otto-Höhenweg ein. Richter stellt an verschiedenen Stationen Objekte aus der Wallhäuser Geschichte vor. Beide Artikel sind mit historischen Fotos illustriert. Nach wie vor werden vom Heimat- und Geschichtsverein alte Bilder mit Ansichten aus der Zeit vor der Bombardierung Wallhausens am 22. Februar 1945 gesucht. Ergänzungen und Hinweise von interessierten Lesern werden gern angenommen. Andreas Schmölling veröffentlicht den ersten Teil seiner recherchierten Geschichte des Braunkohlenbergbaues im Bereich des Hutdeckels, an der heutigen Landesgrenze Sachsen-Anhalt/Thüringen im Großraum Edersleben, Voigtstedt und Borxleben. Kaum vorstellbar das auch hier einmal eine Bergbauregion war. Die oberflächlichen Spuren davon sind heute kaum noch bekannt. Jürgen Pichl hat tief in der Vergangenheit geschürft. Er untersuchte die Spuren der Einquartierung Brandenburgischer Truppen in der Grafschaft Stolberg in den Jahren 1677 und 1678. Manfred Schröter konnte zwei Mittelalterspezialisten aus Magdeburg für die Übersetzung und Erklärung der Kaiserurkunden Otto III. aus dem Jahre 985 gewinnen. Es handelt sich dabei um Michael Belitz und Oliver Schliephacke. Beide Urkunden betreffen Berga und Wallhausen.

Sophie Rohland stellt in einem reich bebilderten Beitrag die Aktivitäten im Vereinsjahr 2018 vor.

Das Heft ist im Verlag Rockstuhl erschienen und kann sowohl dort als auch im Buchhandel bezogen werden und kostet 9,95 Euro.

Heimatblaetter 2019Heimatblaetter 2019

 

Heimatblätter berichten aus Wallhausens Geschichte

3. Jahresschrift des Heimat- und Geschichtsvereins „Goldene Aue“ erschienen

Wallhausen (hno). Aus der Schriftenreihe „Heimatblätter“ des Heimat- und Geschichtsvereins „Goldene Aue“ liegt jetzt das 3. Heft vor. Acht Autoren veröffentlichen darin sieben Beiträge. Im Mittelpunkt steht der Ort Wallhausen. Jürgen Sander (Sangerhausen) betrachtet von den uralten Wallhäuser Schildzeichen die Tierkreiszeichen aus astronomischer Sicht. Offensichtlich ließ der Amtmann Amhoff bei der Vergabe seine astronomischen Kenntnisse einfließen. Von Heinz Noack ist eine erste Dokumentation über die Wallhäuser Stadtmauer erschienen und Michael Richter lädt zu einer heimatkundlichen Wanderung in und um Wallhausen ein. Sie führt vom Parkplatz am Schloss zunächst durch den Ort und biegt dann auf den Wallhäuser Rundweg zum Kaiser-Otto-Höhenweg ein. Richter stellt an verschiedenen Stationen Objekte aus der Wallhäuser Geschichte vor. Beide Artikel sind mit historischen Fotos illustriert. Nach wie vor werden vom Heimat- und Geschichtsverein alte Bilder mit Ansichten aus der Zeit vor der Bombardierung Wallhausens am 22. Februar 1945 gesucht. Ergänzungen und Hinweise von interessierten Lesern werden gern angenommen. Andreas Schmölling veröffentlicht den ersten Teil seiner recherchierten Geschichte des Braunkohlenbergbaues im Bereich des Hutdeckels, an der heutigen Landesgrenze Sachsen-Anhalt/Thüringen im Großraum Edersleben, Voigtstedt und Borxleben. Kaum vorstellbar das auch hier einmal eine Bergbauregion war. Die oberflächlichen Spuren davon sind heute kaum noch bekannt. Jürgen Pichl hat tief in der Vergangenheit geschürft. Er untersuchte die Spuren der Einquartierung Brandenburgischer Truppen in der Grafschaft Stolberg in den Jahren 1677 und 1678. Manfred Schröter konnte zwei Mittelalterspezialisten aus Magdeburg für die Übersetzung und Erklärung der Kaiserurkunden Otto III. aus dem Jahre 985 gewinnen. Es handelt sich dabei um Michael Belitz und Oliver Schliephacke. Beide Urkunden betreffen Berga und Wallhausen.

Sophie Rohland stellt in einem reich bebilderten Beitrag die Aktivitäten im Vereinsjahr 2018 vor.

Das Heft ist im Verlag Rockstuhl erschienen und kann sowohl dort als auch im Buchhandel bezogen werden und kostet 9,95 Euro.

Heimatblaetter 2019Heimatblaetter 2019

Am Mittelpunkt auf der schönen Aussicht wurde es eng

Questenberg/Hainrode. Rund 130 Wanderer nahmen in diesem Jahr am Sternmarsch zum geographischen Mittelpunkt des Biosphärenreservats auf der schönen Aussicht bei Hainrode teil. Organisiert wurde diese, mittlerweile 39. Tour „Geschichte erleben im Biosphärenreservat“, gemeinsam vom Heimat- und Geschichtsverein „Goldene Aue“ e. V. und vom Biosphärenreservat Karstlandschaft Südharz. Sie war gleichzeitig der Auftakt für die Wandersaison 2019. Allein von Questenberg aus starteten fast 70 Männer, Frauen und Kinder auf die 3,5 Kilometer lange Tour. „Über so eine hohe Teilnehmerzahl freuen wir uns natürlich sehr“, zog Christiane Funkel, Leiterin der Verwaltung des Biosphärenreservats, ein erstes Resümee. „Das war eine große Überraschung. Schön, wenn es in diesem Jahr so weiter geht.“

Questenberg und sein Questenfest stehen in diesem Jahr noch mehrfach im Terminkalender der geplanten Veranstaltungen, wurden die Wanderer vom Heimat- und Geschichtsverein informiert. Es begann mit dem Anprägen der Jahresmedaille „Questenfest“ der Gemeinde Südharz am 1. Januar in der Alten Münze in Stolberg und wird mit einer großen Tagung zum Thema: „Questenfest: Forschungsstand und Festkultur“ im Oktober dieses Jahres abgeschlossen. Ein Anlass dafür ist, dass vor 280 Jahren durch den Pfarrer Johann Conrad Kranoldt die erste Beschreibung vom Questenfest verfasst wurde. Zum anderen bemüht sich eine Arbeitsgruppe „Questenfest“ die wissenschaftliche Forschung zum Thema Questenfest nach rund 80 Jahren wieder aufzunehmen und zu koordinieren. Zwischenzeitlich wird u. a. am 7. April noch eine bergbaugeschichtliche Wanderung im Raum Questenberg angeboten.

In Questenberg gibt es noch viel Vergessenes aus der Heimatgeschichte wieder zu entdecken. Eine schöne Aufgabe, der sich das Biosphärenreservat gemeinsam mit den lokalen Vereinen verschrieben hat.

So ist auch geplant, die ehemalige Kalkhütte von Hainrode am Karstwanderweg zu beschildern und die Wanderer auf dieses Kleinod der Industriegeschichte mit der Ruine eines Gipsbrennofens aufmerksam zu machen.

Das schöne sonnige Winterwetter trug an diesem Tag neben den gastronomischen Angeboten ebenfalls einen großen Teil zur verbreiteten guten Laune an diesem Wintertag bei. Wanderer in vielen kleinen Gruppen nutzten die Gelegenheit auf dem Rückweg, ihre Gedanken zum Schutz der Natur und Umwelt zu diskutieren. Reißenden Absatz fand der neue Veranstaltungskalender des Biosphärenreservats. Er umfasst 60 Seiten und enthält alle bisher bekannten Termine im ersten Halbjahr 2019 sowie darüber hinaus Hinweise auf Vereine und Veranstaltungen in der Region.

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Rund 130 Wander- und Heimatfreunde aus der Region zwischen Nordhausen und Eisleben nahmen am diesjährigen Wanderauftakt der Touren „Geschichte erleben im Biosphärenreservat“ teil. Das Ziel des Sternmarsches von Hainrode und Questenberg aus war die Mittelpunktsäule des Biosphärenreservats auf der Schönen Aussicht. (Foto: Heinz Noack)

GruppenbildGruppenbild

Auf den Spuren einer uralten Grenze

31. Tour „Geschichte erleben im Biosphärenreservat“ führte in den Kyffhäuserwald

Gruppe: Fast 50 Personen nahmen an der 31. Tour „Geschichte erleben im Biosphärenreservat“ teil. Im Mittelpunkt der mehrstündigen Wanderung stand die Geschichte der uralten Grenze zwischen Preußen und Schwarzburg-Rudolstadt am nördlichen Rand des KyffhäusergebirgesGruppe: Fast 50 Personen nahmen an der 31. Tour „Geschichte erleben im Biosphärenreservat“ teil. Im Mittelpunkt der mehrstündigen Wanderung stand die Geschichte der uralten Grenze zwischen Preußen und Schwarzburg-Rudolstadt am nördlichen Rand des Kyffhäusergebirges

Die 31. Tour „Geschichte erleben im Biosphärenreservat“ führte am vergangenen Samstag vom Hüfler bei Kelbra aus in den Kyffhäuserwald in Richtung Tilleda. Hier, am Nordhang des Gebirges, liegt im hohen Buchenwald eine jahrhundertealte Grenze zwischen dem einstigen Fürstentum Schwarzburg-Rudolstadt und dem Königreich Preußen. Heute trennt sie Sachsen-Anhalt und den Freistaat Thüringen. Die zahlreichen Wanderer, fast 50 Personen, wurden zwar nicht von einem Grenzbeamten, aber dafür vom Vorsitzenden des Heimat- und Geschichtsvereins Michael Richter und Armin Hoch von der Verwaltung des Biosphärenreservats herzlich begrüßt. Armin Hoch erinnerte an ein kleines Jubiläum an diesem Tag. Vor genau zehn Jahren erfolgte in Roßla die Unterzeichnung eines Partnerschaftsvertrags zwischen dem Geschichtsverein und dem Biosphärenreservat. Er ist heute noch mit Leben erfüllt und so soll es nach dem Wunsch beider Partner auch künftig bleiben, bzw. weiter verbessert werden. Der Heimat- und Geschichtsverein gehört zu den aktiven Förderern und Unterstützern des Biosphärenreservats.

Michael Richter nahm die Gäste mit auf eine Zeitreise, zurück in das beginnende 19. Jahrhundert. Nach der Übernahme der sächsischen Grafschaften Stolberg-Stolberg und Stolberg-Roßla durch das Königreich Preußen nach dessen Sieg über Napoleon im Jahre 1815 setzten sich auch in unserer Region preußische Verwaltungsformen durch. Dazu gehörten exakt vermessene Grenzlinien und eine Markierung derselben mit massiven Grenzsteinen. Auf diese Weise wurde auch die alte Grenze zwischen dem Schwarzburg-Rudolstädter Amt Frankenhausen und dem Gemeinschaftsamt Kelbra der Schwarzburger Fürsten und Stolberger Grafen im Kyffhäuser kontrolliert und neu versteint.

Vor genau 190 Jahren, im Herbst 1827 setzten preußische Beamte hier auf 19 Kilometern Länge 281 Grenzsteine. Sie tragen auf einer Seite die Inschrift AK (Amt Kelbra) und auf der anderen Seite AF (Amt Frankenhausen). Zusätzlich ist auf einer Schmalseite die fortlaufende Nummer eingemeißelt. Rund 180 Grenzsteine konnte Michael Richter bisher „wiederfinden“. Nur wenige stehen noch an Ort und Stelle. Durch forstwirtschaftliche Arbeiten wurden sie verschleppt und der Verlust von rund einem Drittel wird wohl nie geklärt werden. Eine spannende Geschichte für die Heimatfreunde, Kleindenkmalforscher und Bodendenkmalpfleger im Verein sowie die Teilnehmer der Wanderung. Dazu war an diesem herrliches Wanderwetter mit traumhaften frühherbstlichen Waldbildern und Fernsichten.

Michael Richter (li.) und Enrico Kalb erklärten die noch vorhandenen Grenzsteine und die Geologie des KyffhäusergebirgesMichael Richter (li.) und Enrico Kalb erklärten die noch vorhandenen Grenzsteine und die Geologie des Kyffhäusergebirges

Grenzsteinwanderung - Tour der Entdeckungen

Überraschungen gibt es immer wieder bei Wanderungen. So auch zur 27. Tour „Geschichte erleben im Biosphärenreservat“. 54 Wander- und Geschichtsfreunde aus dem gesamten Harz und Mansfelder Land machten sich bei schönstem Frühlingswetter vom Breitensteiner Oberdorf aus auf einen sechs Kilometer langen Rundkurs. Historische Grenzen und ihre Grenzsteine standen auf dem Programm. Zu sehen gibt es davon nahe der kleinen Ortschaft in der Gemeinde Südharz an der nordwestlichsten Spitze des Biosphärenreservats genug. Hier verlaufen auf engstem Raum vier versteinte historische Grenzen mit drei „echten Dreiländerecken“. Kursachsen grenzt an Kurhannover, das Herzogtum Braunschweig und das Fürstentum Anhalt sowie das Herzogtum Braunschweig an das Fürstentum Anhalt. Die Grenzsteine tragen die Jahreszahlen 1735, 1755, 1758 und 1838. Eingeladen hatten zu dieser historischen Wanderung das Biosphärenreservat Karstlandschaft Südharz und der Heimat- und Geschichtsverein „Goldene Aue“.

Unter den Kleindenkmalfreunden ist es schon längst kein Geheimnis mehr: In dieser Jahreszeit lassen sich die teilweise uralten Grenzsteine am besten finden. Umgekippt, von Strauchwerk verborgen oder von einer dicken Moosschicht bedeckt sind sie oftmals schwer zu entdecken. Dazu kommt noch der Umstand, dass die Waldarbeiter in früheren Zeiten nicht gerade schonend mit diesen wertvollen Denkmalen umgegangen sind. Umso erfreulicher ist es, wenn es dann bei einer solchen gemeinsamen Tour zu Neufunden kommt. So auch am vergangenen Samstag. Gleich drei Mal stellte Sylvia Hoch aus Hayn die Frage an die Wanderleiter Manfred Schröter und Uwe Kramer, ob das auch einer der Grenzsteine aus dem Jahre 1755 sei. Jedes Mal wurde ihr von beiden bestätigt. Soviel Glück muss man einfach haben. Die von ihr (wieder)entdeckten Grenzsteine zeigen auf der sächsischen Seite die Kurschwerter und auf der anhaltinischen Seite die Darstellung eines Bären. Dazu die Jahreszahl 1755. Frau Hoch gehörte bei so viel Engagement auch zu den vier Täuflingen. Die „Grenzsteintaufe“ vollzog traditionell Manfred Schröter am Grenzstein Nr. 4 der Grenze Kursachsen-Kurhannover. Zu Erinnerung gab es eine Brezel.

Am Beginn der Grenze Kursachsen-Kurhannover mit den Steinen von 1735 hat der Verein „Gesund älter werden im Harz“ die Stempelstelle Nr. 94 für die „Harzer Wandernadel“ aufgestellt. Dieses Dreiländereck hat sich zu einem beliebten Wanderziel entwickelt.

Für 2018 laden das Biosphärenreservat und der Geschichtsverein „Goldene Aue“ zur 15. Grenzwanderung ein. Dieses kleine Jubiläum können sich die Wander- und Heimatfreunde schon jetzt vormerken. Bis dahin wollen die Veranstalter ein „kleines Grenzwanderbuch“ erstellen und zur Wanderung anbieten.

DreiherrensteinDreiherrenstein

Die Wandergruppe an den Dreiherrensteinen in unmittelbarer Nähe der Stempelstelle Nr. 94 für die „Harzer Wandernadel“ (Foto: Heinz Noack).