Der Heimat- und Geschichtsverein veranstaltet Wanderungen und Exkursionen

 oder nimmt mit seinen Mitgliedern an Veranstaltungen anderer Anbieter teil.


 

3. Sternwanderung zum Mittelpunkt des Biosphären-reservats

DinsterbachschwindeDinsterbachschwinde

Am Sonntag, 29. Januar 2017, beginnt mit einer geführten Sternwanderung zum geographischen Mittelpunkt des Biosphärenreservats Karstlandschaft Südharz an der Schönen Aussicht zwischen Questenberg und Hainrode die diesjährige Tourenreihe „Geschichte erleben im Biosphärenreservat“. Es ist die 25. Veranstaltung der gemeinsamen Wanderangebote des Biosphärenreservats und des Heimat- und Geschichtsvereins „Goldene Aue“.

Treffpunkt und Start ist um 10 Uhr in Questenberg auf dem Festplatz bzw. an der Alten Dorfschmiede in Hainrode. Von Questenberg aus führt Heinz Noack, Heimat- und Geschichtsverein „Goldene Aue“ e. V., die Teilnehmer nach einer kurzen Einführung in die Geschichte von Questenberg über die Haselborn- und Dinsterbachschwinde zum Treffpunkt. Die Führung von Hainrode übernimmt Christiane Funkel, Biosphärenreservat.

Rechts und links des Weges gibt es viel zu entdecken. An der neu aufgestellten Mittelpunktsäule liegt das traditionelle Wanderbuch zum Eintragen der Teilnehmer aus. Für einen kleinen Obolus werden heiße Getränke und ein Imbiss angeboten.

Wandertagung empfiehlt Bewertung der Wanderwege

Roßla. Schon von der Anzahl der Teilnehmer zeigte die 3. Wandertagung des Tourismusverbandes Sangerhausen-Südharz und des Biosphärenreservats Karstlandschaft Südharz an, dass ein reges Interesse an solchen Veranstaltungen besteht. Knapp 60 Vertreter von Vereinen, Anbieter regionaler Produkte, Kommunalpolitiker und Touristiker nahmen am 28. Januar in der Verwaltung des Biosphärenreservates in Roßla daran teil. Zu den Gästen gehörten auch Fachreferenten, regionale Wanderführer und interessierte Privatpersonen.

Eines der wichtigsten Themen war die Qualität der Wanderwege in der Region. Eine Vielzahl sind Relikte aus der ABM-Periode. Mit viel Liebe, Aufwand und Unterstützung durch Arbeitskräfte des 2. Arbeitsmarktes in den 1990er Jahren angelegt, verfügt seitdem fast jede Ortschaft über Rundwanderwege. Zwischenzeitlich zeigen sich hier zunehmend durch mangelnde Pflege und Unterhaltung Verfallserscheinungen und damit ein ungepflegtes Bild. Es fehlen außer dem 2. Arbeitsmarkt vielerorts auch die helfenden ehrenamtlichen Hände und die Bereitschaft der Kommunen, die Sachkosten zu tragen. Vereine allein können das aus ihren Eigenmitteln nicht abdecken. Auf diese Problematik wies auch die Geschäftsführerin des Harzklubs, Annett Drache, hin. So wird im Rahmen eines Projekts in den Harzklub-Zweigvereinen eine Bestandsaufnahme aller Wanderwege im gesamten Harz erfolgen und danach in einer Prioritätenliste über ihren Fortbestand entschieden werden. Alles kommt auf den Prüfstand und wird neu bewertet. Für den Südharz übernimmt die Verwaltung des Biosphärenreservats in enger Kooperation mit dem Harzklub einen Teil dieser Aufgabe. Im Vordergrund stehen künftig die Pflege und Unterhaltung ausgewählter thematischer Wege und der Verbindungswege zwischen den Ortschaften. Diese Maßnahme ist notwendig, um die Kosten zu dämpfen. Zahlreiche Wandereinrichtungen, wie Rastplätze und die Beschilderung, müssten in naher Zukunft erneuert werden und dafür fehlen das Geld sowie die helfenden Hände. Es soll geprüft werden, was davon erhaltenswürdig ist. Maßstab wird die Qualität sein. Daran wird die Region schließlich von den Touristen und Wanderern bewertet.

Ein wichtiger Punkt ist nach wie vor die Koordinierung der Wanderwegangebote und geführten Wanderungen durch eine hauptamtliche Stelle auf Landkreisebene. Das Land Thüringen ist mit dem Kyffhäuserkreis hier ein Vorreiter. Dort gibt es einen hauptamtlichen Wegewart. Über eine solche Stelle könnte künftig auch die Beantragung von Fördermitteln erfolgen. Diese Forderung wird ein zentraler Punkt in dem künftigen 2. Roßlaer Positionspapier sein.

Vorreiter im Marketing der touristischen Angebote des Landkreises Mansfeld-Südharz ist die Standortmarketinggesellschaft. Einblicke in die erfolgreiche Arbeit dieser Einrichtung gab Martin Schulze in einem vielbeachteten Beitrag. Auch hier zeigt sich, dass künftig mehr auf Qualität in den touristischen Angeboten geachtet werden muss. Bisherige Erfolge sind die gebündelten Angebote im Reformationsjubiläumsjahr 2017. Daran anknüpfen kann das Biosphärenreservat Karstlandschaft Südharz mit seinen Angeboten. Christiane Funkel konnte in ihrem Beitrag auf ein ebenfalls gestiegenes Interesse an geführten Wanderungen verweisen. Gemeinsam mit kooperierenden Partnern werden thematische Veranstaltungen wie „Geschichte erleben im Biosphärenreservat“ ständig aktuell angepasst.

Ein nicht zu übersehendes Problemfeld stellt die bisher unbefriedigende Einbindung regionaler Gastronomen dar. Hier sind künftig eine stärkere Zusammenarbeit und Beteiligung unverzichtbar für attraktive Wanderangebote, bei denen sich unsere Gäste rundum wohlfühlen können.

Grenzsteinkontrolle mit großem Interesse absolviert

Historische Grenzsteine sind doppelt geschützt

Mit einem solch großen Interesse am Kontrollgang entlang der uralten Grenzen im Raum Breitenstein haben die Veranstalter am vergangenen Wochenende nicht gerechnet. 33 Männer und Frauen aus Sachsen-Anhalt und Thüringen nahmen daran teil. Das Biosphärenreservat Karstlandschaft Südharz und der Heimat- und Geschichtsverein „Goldene Aue" hatten bereits zum 14. Mal gemeinsam zu diesem „Klassiker" unter den Frühjahrswanderungen eingeladen.

Steht der Stein noch am alten Standort? Hier hilft Nachmessen, wie weit er aus dem Boden ragt. Steht der Stein noch am alten Standort? Hier hilft Nachmessen, wie weit er aus dem Boden ragt. „Damit wollen wir zum einen den Brauch der früheren Grenzumzüge zwischen den Gemeinden pflegen", erklärte Vereinsmitglied Manfred Schröter aus Berga. „Zum anderen dienen solche Touren der Kontrolle des Zustandes der historischen Grenzsteine, die zum großen Teil auch geschützte Kleindenkmale sind." Sie sind in vieler Hinsicht gefährdet. Die Enge der alten Wege erfordert von den Fahrzeugführern eine hohe Aufmerksamkeit beim Abtransport des Rohholzes. Das gleiche gilt für den Holzeinschlag. „Auch hier gibt es aus Unkenntnis und Unaufmerksamkeit immer wieder Verluste", so Schröter. „Vor einigen Jahren wurde sogar am Birkenkopf ein sehr schöner Grenzstein mit Bilddarstellungen aus dem Jahre 1735 aus dem Boden „gezogen" und am Wegrand bereitgelegt". Dank einer solchen Kontrolle konnte hier möglicherweise Schlimmeres, das heißt das Verschwinden des Steines, verhindert werden. Entsprechende Meldungen an die Denkmalschutzbehörden und Rücksprachen mit dem Grundstückseigentümer haben offensichtlich gewirkt. Heute steht das Objekt wieder an Ort und Stelle. Aber, es gibt zwei neue „bedenkliche Situationen". Ein Grenzstein der Grenzlinie Kurfürstentum Sachsen/Fürstentum Anhalt liegt „festgefahren" am Wegrand und ein weiter wurde auf freier Fläche von einem Fahrzeug fast umgedrückt. „Wir werden eine entsprechende Meldung vornehmen", so Schröter. „Unser Verein ist auch gern bereit, bereits im Vorfeld von Holzeinschlägen über den Standort solcher „Schätze" in unserer Kulturlandschaft zu informieren.

Der Stein Nummer 2 der Grenze Kursachsen/Kurhannover aus dem Jahre 1735 stand vor einigen Jahren noch senkrecht. Er müsste zum besseren Schutz wieder aufgerichtet werden. Manfred Schröter zeigt zum Beweis die Abbildung im „Grenzsteinbuch“. Der Stein Nummer 2 der Grenze Kursachsen/Kurhannover aus dem Jahre 1735 stand vor einigen Jahren noch senkrecht. Er müsste zum besseren Schutz wieder aufgerichtet werden. Manfred Schröter zeigt zum Beweis die Abbildung im „Grenzsteinbuch“.

Vier der „Neulinge" erhielten dem alten Brauch nach für ihre Teilnahme und zur späteren Erinnerung von Manfred Schröter eine Brezel geschenkt. Es waren Katrin und Wolf Treppschuh aus Bösenrode sowie Peter Ruppert aus Nordhausen und Bernd Rothe aus Hemleben. „Früher gab es auch Ohrfeigen oder ein Geldstück", sagte er. „Wir hoffen mit dieser kleinen Aufmerksamkeit das Interesse geweckt zu haben, bei Wanderungen auf solche Kleindenkmale zu achten und Beschädigungen sowie Diebstähle umgehend den Denkmalschutzbehörden zu melden." Allein die Grenzlinie zwischen Kursachsen und Kurhannover hat eine Länge von 40,6 Kilometern. „Das kann von den Vereinsmitgliedern nicht alles zu Fuß kontrolliert werden", informierte Uwe Kramer vom Biosphärenreservat. „Dazu kommen noch weitere Grenzen im Südharzer Karstgebiet und dem Raum Allstedt. Hier ist einfach eine höhere Aufmerksamkeit der Bevölkerung erwünscht." Hier hilft nur die Aufklärung über die Bedeutung solcher Grenzsteine in der Region. Dass auch Sammelleidenschaft keinen Halt vor ihnen macht, zeigte der Diebstahl vor Jahren im Raum Berga und Breitungen(MZ berichtete). Die Täter wurden leider nie ermittelt.

 

An den Touren „Geschichte erleben im Biosphärenreservat“ haben bisher 817 Personen teilgenommen. Das Interesse wächst ständig.

Die Kontrolle der Grenzsteine wird in diesem Jahr vom Verein im Alten Stolberg und Raum Breitungen fortgesetzt. Interessenten können sich über www.goldeneaue.net melden.

Die historischen Grenzsteine sind, wenn sie am Originalstandort stehen, gültige Grenzmale und dienen als Punkte für die Herstellung von digitalen Liegenschaftskarten. Des weiteren sind sie als Kleindenkmale geschützt. 

 

 

Uralten Genossenschaftswald per pedes erforscht

18. Tour „Geschichte erleben im Biosphärenreservat“ erinnert an die Ersterwähnung des Siebengemeindewaldes vor 675 Jahren. 

Über 60 Teilnehmer nahmen am Sonntag an der 18. Tour „Geschichte erleben im Biosphärenreservat" teil. Sie führte diesmal von Schwenda aus durch einen Teil des Siebengemeindewaldes.

Über 60 Wanderer kamen zur 18. Tour „Geschichte erleben im Biosphärenreservat“. Diesmal gab es eine Zeitreise in den Siebengemeindewald.Über 60 Wanderer kamen zur 18. Tour „Geschichte erleben im Biosphärenreservat“. Diesmal gab es eine Zeitreise in den Siebengemeindewald.

Anlass dafür war die Ersterwähnung des Waldes als „das holz all der Dorfer gemeyne" in einer Urkunde aus dem Jahre 1341. Waldförster Oliver Ehmig, die Mitglieder des Heimat- und Geschichtsvereins „Goldene Aue" und das Biosphärenreservat Karstlandschaft Südharz nahmen die Wanderer dabei mit auf eine besondere Zeitreise.

Der Wald hat zahlreiche Besonderheiten zu bieten. Liegt seine Entstehungsgeschichte auch etwas im Dunkeln, können sich Historiker seit der Ersterwähnung auf eine immer bessere schriftliche Überlieferung stützen. So kann der Fichtenanbau durch Waldförster Johann Wilhelm Ulrich bis zum März 1854 zurückverfolgt werden. Der jetzige Förster Oliver Ehmig nutzte die Gelegenheit, den Wanderern die heute im Siebengemeindewald angestrebte Form der Waldwirtschaft zu erläutern. Schließlich ist aus dem ehemaligen Niederwald mit seiner regelmäßigen Wellholzernte bereits ein Hochwald geworden, dessen Rotbuchen sich auf natürliche Weise verjüngen. Angestrebt wird laut Förster Ehmig ein gesunder Mischwald in unterschiedlichen Altersstufen. So vertritt er im Einklang mit den Waldvögten und Ortsvorständen den Standpunkt: „Kahlschlag ist nicht mehr zeitgemäß." Damit stehen die heutigen Waldgenossen in der Tradition einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung, die für ihren Wald vor Jahrhunderten in Waldordnungen festgelegt wurde.

Zwischenstopps mit geschichtlichen Erläuterungen gab es an den zahlreichen Denkmalen, wie den Erinnerungsstätten für den Waldwärter Hermann Kirchner (gef. 1915 in Russland) oder den im November 1888 von Wilddieben ermordeten Waldförster Berthold Mauss.

Selbst für Waldgenossen gibt es noch unbekannte Wege in „ihrem Wald". Das stellte zumindest Axel Gottschalk aus Thürungen fest. Der Weg in das Altbergbaugebiet und zum Flussspatschacht führte nämlich auf dem alten Bergmannsstieg den Kupferbach entlang. „Obwohl ich jedes Jahr an den Waldbegehungen der Waldvorstände teilnahm, ist dieser Weg für mich neu", sagte er. „So lernt man immer ein neues Waldstück kennen." In diesem sonst auch von den Waldarbeitern fast unberührten Waldstück hatten einige Wanderer das Glück eine Wildkatze zu sehen. Sie suchte allerdings beim Anblick der Menschen schnell das Weite.

Der Siebengemeindewald

Der Siebengemeindewald ist eine rund 1100 Hektar große geschlossene Waldfläche in der Gemeinde Südharz zwischen Schwenda und Uftrungen. Ideelle Eigentümer sind die Besitzer von 951 Hausgrundstücken in den sieben Orten Berga, Bösenrode, Rosperwenda, Uftrungen, Schwenda, Thürungen und Görsbach. Sie werden Waldgenossen genannt. Den Mitgliedern stehen zwei Waldvögte aus den Orten Berga und Uftrungen vor. Die waldbaulichen Arbeiten koordiniert ein angestellter Förster.

Die 19. Tour „Geschichte erleben im Biosphärenreservat" führt am 2. April entlang alter Grenzen bei Breitenstein.

Eine Reise in die Müntzer-Zeit

Zur 17. Tour „Geschichte erleben im Biosphärenreservat“ wurde die Zeit 500 Jahre zurückgedreht

Rund 50 geschichtsinteressierte Wanderer waren am Samstag dabei, als Werner Reich in Allstedt das Rad der Zeit um fast 500 Jahre zurückdrehte. Das Biosphärenreservat Karstlandschaft Südharz und der Heimat- und Geschichtsverein „Goldene Aue" hatten unter dem Thema „Auf den Spuren Thomas Müntzers" zur 17. Tour „Geschichte erleben im Biosphärenreservat" eingeladen.

Fast 50 geschichtsinteressierte Wanderer zogen mit Werner Reich „Auf den Spuren Thomas Müntzers“ rund zehn Kilometer rund um Allstedt. Eine Station waren die klösterlichen Forellenteiche an der Sophieneiche. Fast 50 geschichtsinteressierte Wanderer zogen mit Werner Reich „Auf den Spuren Thomas Müntzers“ rund zehn Kilometer rund um Allstedt. Eine Station waren die klösterlichen Forellenteiche an der Sophieneiche.

In den ehemaligen Mauern der Stadt Allstedt und ihrem Umfeld ist kaum noch etwas aus dieser Zeit erhalten. Aber die Spurensuche lohnt sich trotzdem. Müntzer kam zu Ostern 1523 nach Allstedt und blieb nahezu eineinhalb Jahre hier. Seine Predigtstätte war die Neustädter Kirche Sankt Johannis Baptist. Sie wurde 1765 durch den heutigen barocken Bau ersetzt. Dafür blieb aber der Dom, die Sankt-Wigperti-Kirche, als Ruine erhalten. Hier soll Müntzer, nach Literatur nach, sogar eine Zeitlang gewohnt haben. Einen Beweis dafür gibt es nicht, sind sich Werner Reich und Rainer Böge einig. Im Turm wird künftig, den Wünschen des Allstedter Heimatvereins nach, wieder eine Ausstellung über die Stadtgeschichte informiert, gab Bürgermeister Jürgen Richter (CDU) vor Ort bekannt. Aus der oberen Etage ist dann sogar ein freier Blick über die Dächer der Stadt möglich. Wenig Beifall fand unter den Teilnehmern der wieder „zugemauerte Blick" auf den Turm. Auch Nachbarin Renate Becke (Kräuterhexe Tilly) hielt dabei mit ihrer Meinung nicht hinter dem Berg.

Wesentlich ungetrübter war dafür der Blick im Forstort Hirschberg auf die ehemaligen klösterlichen Forellenteiche. „Sie gehörten dem Kloster Naundorf bei Allstedt", erklärte Werner Reich. Dieses Kloster spielte eine große Rolle im Leben von Müntzer. Hier lernte er Ottilie von Gersen kennen und lieben. 1523 fand in Allstedt die Hochzeit statt. Nach der Auflösung des Klosters gingen diese Teiche in herzoglichen Besitz über und versorgten das Schloss Allstedt mit Fischen. Ausgangs des 19. Jahrhunderts wurden zwei uralte Eichen an den Teichen nach dem Großherzog Carl-Alexander und seiner Frau Sophie benannt. Sie standen auf jeden Fall schon zur „Müntzer-Zeit". „Die Sophieneiche hat eine Stammumfang von 6,70 Metern und zeigte 1995 noch grüne Triebe", erklärte Reich. „Heute ist es nur noch ein Torso, aber dafür ein beliebtes Fotomotiv." Blühende Schneeglöckchen rund um die Teiche kündeten vom nahen Frühling. Ein lohnendes Ausflugsziel bei Allstedt. Ebenso gut erreichbar sind auch die Quellen im Borntal. Von hier aus führte eine hölzerne Wasserleitung, rund fünf Kilometer lang, bis in den Innenhof des Allstedter Schlosses. „Sie mündete dort in einem Röhrbrunnen", so Rainer Böge. „Angelegt wurde die Leitung im 16. Jahrhundert. Der genaue Trassenverlauf muss noch erforscht werden." 1888 ersetzte man die Holzröhren durch Tonrohre.

Ein geschichtsträchtiger Ort zur „Müntzer-Zeit" war die Mallerbacher Feldkapelle Sankt Marien. Sie wurde im Frühjahr 1524 von Müntzers Anhängern niedergebrannt. Ein Ziel der Zerstörung war „salzige Tränen vergießende Marienbild". Der genaue Standort der Kapelle ist nicht mehr bekannt.

„Auf den Spuren Thomas Müntzers"

Der Rundweg „Auf den Spuren Thomas Müntzers" führt über etwa zehn Kilometer von der Stadt Allstedt über den Domplatz und Lindenmarkt durch den Forstort Hagen zur Sophieneiche, zu den Forellenteichen und der Wallanlage „Alte Burg" auf dem Hirschberg. Weitere Station waren das Borntal und die Kirschlöcher bei Mallerbach. Um die Erforschung der Allstedter Heimatgeschichte bemüht sich der 1990 gegründete Heimatverein Allstedt. Jährlich erscheint dazu ein „Allstedter Lindenblatt".